Gesundheits-Artikel zum Thema 'Kliniknews'

Neues Zertifizierungssystem „EndoCert“ wurde flächendeckend in Deutschland eingeführt – das Katholische Klinikum Mainz (kkm) ist seit 25.10.2012 unter den ersten zertifizierten Endoprothesenzentren der Maximalversorgung in Deutschland.

Mainz, 31.10.2012. Um Komplikationen beim Gelenkersatz zu verhindern, ist in der Medizin ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung erforderlich. Aus diesem Grund hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) sowie dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (BVOU) ein Konzept zur Zertifizierung medizinischer Einrichtungen im Bereich des Gelenkersatzes entwickelt: das auf diesem Gebiet weltweit erste Zertifizierungssystem „EndoCert“. Als eine der ersten Kliniken Deutschlands konnte nun von Prof. Dr. Dr. med. Michael Wagner, dem Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des Endoprothesenzentrums am Katholischen Klinikum Mainz (kkm) im Rahmen einer feierlichen Übergabe in Berlin das Zertifikat mit einer jeweiligen Gültigkeitsdauer von drei Jahren entgegennehmen.

In Deutschland werden jährlich etwa 400.000 künstliche Hüft- und Kniegelenke implantiert, allein 830 Endoprothesenversorgungen, davon 130 Wechseloperationen am kkm. „Da ist es ganz besonders wichtig, dass unsere Mediziner und Operateure als Spezialisten auf ihrem Gebiet ein Arbeitsumfeld mit gut funktionierenden Versorgungsstrukturen vorfinden, um dort optimal und sicher Patienten zu versorgen,“ versichert Dr. med. Michael Bayer, Koordinator des kkm-Endoprothesenzentrums.

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des kkm hat einen überregionalen Versorgungsauftrag zur Akut- und Notfallbehandlung Unfallverletzter mit stationärer und ambulanter Behandlung aller Verletzungsarten. Sie zählt zu den großen Einrichtungen im Rhein-Main-Gebiet. In der Klinik werden Schäden am gesamten Bewegungsapparat behandelt. Zur Versorgung von Knochenbrüchen stehen neben der konservativen Behandlung mit Gipsen oder Schienen alle modernen Operationsverfahren zur Verfügung.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Klinik als zertifiziertes Endoprothesenzentrums (EPZ) liegt darüber hinaus im Einsatz künstlicher Gelenke nach Unfällen, bei Verschleiß sowie rheumatischen Erkrankungen oder Tumoren. Auch Korrekturoperationen zur Wiederherstellung von Knochen und Weichteilen zählen zum etablierten Spektrum der Klinik – etwa bei Spätfolgen von Unfällen, Wachstumsschäden oder Schäden durch chronische Entzündungen. Um eine schnellen Heilungsprozess zu unterstützen beginnen alle benötigten Anwendungen und Behandlungen unmittelbar nach der Operation. Mit vielen ambulanten und stationären Rehabilitationskliniken besteht eine enge Kooperation. Gleich drei leitende Ärzte des kkm zählen für die Redaktion des Nachrichtenmagazins FOCUS auf Basis einer unabhängigen Datenerhebung zu Deutschlands Top-Medizinern, darunter auch Prof. Dr. Dr. med. Michael Wagner, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Informationen erhalten Sie im Internet unter: http://www.kkm-mainz.de/fachkliniken/Klinik-fuer-Orthopaedie-und-Unfallchirurgie/UC.

Kontaktdaten: E-Mail: unfall-orthop@kkmainz.de oder Telefon 06131 / 575 1800

Sonja Nickel

Was macht den Darm dauerhaft krank?

Europaweites Netzwerk zur Erforschung des Reizdarmsyndroms unter Federführung des Universitätsklinikums Heidelberg / European Science Foundation fördert mit 500.000 Euro / Ursachen verstehen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten verbessern

Wissenschaftler aus 19 europäischen Ländern haben sich erstmals zu einem fachübergreifenden Netzwerk zusammengeschlossen, um die Ursachen des chronischen Reizdarmsyndroms zu erforschen sowie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zu verbessern. Die European Science Foundation fördert den Verbund unter Federführung von Privatdozentin Dr. Beate Niesler vom Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Heidelberg in den kommenden vier Jahren mit 500.000 Euro. Rund fünf Millionen Betroffene in Deutschland leiden oft über Jahre unter Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall, häufig begleitet von weiteren Erkrankungen wie Migräne, Angststörungen und Depressionen. Bisher können lediglich Symptome behandelt werden.

An dem Netzwerk GENIEUR (Genes in Irritable Bowel Syndrom Europe) beteiligen sich mehr als 70 Forschungsgruppen. „GENIEUR ist weltweit der erste groß angelegte und interdisziplinäre Ansatz zur Erforschung des Reizdarms“, erklärt Sprecherin Dr. Beate Niesler, Leiterin der Arbeitsgruppe „Neurogastrointestinale und psychiatrische Erkrankungen“ am Institut für Humangenetik. „Wir wollen nicht nur charakteristische Veränderungen im Erbgut der Betroffenen identifizieren, sondern auch eine Vielzahl möglicher Zusammenhänge prüfen – z.B. wie das Reizdarmsyndrom mit Lebensstil, Ernährung, Allergien, psychischen Erkrankungen, Schmerzsyndromen, vorangegangenen Infektionen oder Veränderungen in der Darmflora verbunden ist“, so die Biologin. Wichtig sei auch, einheitliche Diagnosekriterien und Untergruppen der Erkrankung zu definieren, damit Patienten schneller von einer passenden Therapie profitieren. Beteiligt sind neben Gastroenterologen und Humangenetikern auch Ernährungswissenschaftler, Psychiater, Immunologen, Physiologen, Neurobiologen, Mikrobiologen, Bioinformatiker und Epidemiologen.

Bestimmte Veränderungen im Erbgut begünstigen Reizdarmsyndrom

Das sogenannte Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine der häufigsten Erkrankungen des Verdauungstraktes: Bis zu 15 Prozent der Bevölkerung in Europa leidet daran. Allgemeinbefinden und Lebensqualität der Patienten sind stark beeinträchtigt: Je nach Art und Schwere der Symptome können sie das Haus kaum noch verlassen, Beruf und Hobbys nicht mehr nachgehen. Da man bisher wenig darüber weiß, wie es zum Reizdarmsyndrom kommt, gestalten sich Diagnose und Therapie schwierig. Die Diagnose erfolgt derzeit über den Ausschluss anderer Erkrankungen, bei der Behandlung muss ausprobiert werden: Was bei dem einen Patienten die Symptome lindert, z.B. spezielle Entzündungshemmer, bleibt beim anderen wirkungslos – ein langwieriger Prozess, der bei vielen Patienten nicht zum Erfolg führt.

2008 entdeckte das Team um Dr. Niesler, dass die nervösen Störungen des Darms von Veränderungen im Erbgut begünstigt werden können: Bei Patienten, die an RDS mit Durchfällen leiden, ist häufig die genetische Bauanleitung für bestimmte Rezeptoren im Darm verändert. Die Rezeptoren sitzen auf der Oberfläche der Darmzellen und binden das Hormon Serotonin. Sind sie verändert, ist die Signalweiterleitung im Darm gestört. Dieses Forschungsergebnis lieferte den ersten Ansatz für eine gezielte medikamentöse Therapie. „Allerdings sind die Rezeptoren nur bei einem Teil der Patienten verändert. Wir gehen davon aus, dass es mehrere Varianten dieser Erkrankung gibt, die jeweils auf andere molekulare Ursachen zurückgehen“, sagt Niesler.

Neue Diagnosekriterien sollen Therapie vereinfachen

Um diese molekularen Faktoren aufzuspüren, bauen die Teams nun die erste Biobank mit Stuhl- und Gewebeproben von Patienten und gesunden Kontrollpersonen auf und erfassen systematisch Patientendaten. Damit wollen sie zuverlässige Biomarker identifizieren und einen Kriterienkatalog erarbeiten, um Patienten sehr genau einzelnen Untergruppen zuteilen zu können. „Wenn der Arzt seinen Patienten sicher einer bestimmten Gruppe zuordnen kann, kann er besser abschätzen, von welchen Therapien der Patient wahrscheinlich profitiert und von welchen nicht. Das erspart den Betroffenen unter Umständen eine lange Leidenszeit“, erklärt Niesler. Genetische Analysen der Untergruppen sollen darüber hinaus Hinweise auf den Entstehungsmechanismus der jeweiligen Krankheitsvariante und auf mögliche Therapieansätze geben.

Quelle: www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Kassel (Vitos Orthopädische Klinik): Am 22. September wurde der Ärztliche Direktor der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, Prof. Dr. Werner Siebert, in Mailand für sechs Jahre zum Präsidenten der European Hip Society (Europäische Gesellschaft für Hüfterkrankungen) gewählt.

Prof. Siebert löst den italienischen Orthopäden Luigi Zagra im Amt ab.

Die European Hip Society konzentriert ihre Aktivitäten insbesondere auf den wissenschaftlichen Austausch zur Diagnose und Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen des Beckens und der Hüfte bei Kindern und Erwachsenen. Im Zentrum stehen neueste Therapiemethoden sowie innovative Implantate und OP-Techniken.

„Ich freue mich über das Vertrauen, das mir meine europäischen Kollegen entgegen gebracht haben. Im Rahmen meiner Präsidentschaft werde ich den Schwerpunkt legen auf die Weiterentwicklung qualitätsgesicherter Behandlungsverfahren der Hüftchirurgie und den Aufbau eines europaweiten Endoprothesen-Registers. Ausbildungskurse in allen Ländern sollen zur Vereinheitlichung von Behandlungsverfahren beitragen“, erklärt Prof. Dr. Werner Siebert.

In der European Hip Society (EHS) -1992 in Hamburg gegründet – sind rund 1.000 Orthopäden und Unfallchirurgen aus allen europäischen Ländern sowie aus Russland und der Türkei organisiert. Prof. Siebert arbeitet im Vorstand eng zusammen mit seinen Kollegen aus Österreich, Belgien, Dänemark, Schweden, Frankreich, Türkei, Griechenland und Spanien. Die Geschäftsstelle der EHS befindet sich in Innsbruck. Der nächste Kongress der EHS findet 2013 in Istanbul statt.

Ismaning bei München, 31. Juli 2012 – 33 Kliniken im Verbund der Sana Kliniken AG erhalten eine besondere Auszeichnung: Für die hohe Qualität der medizinischen Versorgung und die Ausstattung von Ein- und Zweitbett-Patientenzimmern wurde ihnen das Gütesiegel der Privaten Krankenversicherung verliehen.

Das Zertifikat wird im Rahmen einer Qualitätspartnerschaft vergeben und soll Patienten eine bessere Orientierung über die Behandlung im Krankenhaus ermöglichen. Regelmäßige Überprüfungen sorgen dafür, dass die hohen Anforderungen dauerhaft erfüllt werden.

„Das Gütesiegel zeigt uns schwarz auf weiß, welche hervorragenden Leistungen in unseren Krankenhäusern erbracht werden“, freute sich Dr. Michael Philippi, Vorsitzender des Vorstands der Sana Kliniken AG, über die Auszeichnung.

Grundvoraussetzung für die Verleihung des Gütesiegels ist eine weit über dem Durchschnitt liegende medizinische Qualität. Zu deren Nachweis wurden die Qualitätsdaten des Hauses auf Basis der gesetzlichen Qualitätssicherung ausgewertet sowie die Qualitätsdaten des Online-Portals „Qualitätskliniken.de“ herangezogen. Dort werden neben der Medizinqualität auch Aspekte der Patientensicherheit, der Patientenzufriedenheit und der Arztzufriedenheit berücksichtigt.

„Die Qualitätspartnerschaft der Sana Kliniken AG und des PKV-Verbandes rückt die nachgewiesene Qualität in den Mittelpunkt. Sie setzt damit neue Maßstäbe als Wegweiser in einem immer komplexer werdenden Gesundheitswesen“, unterstreicht Dr. Michael Philippi.

Die Sana Kliniken AG ist die viertgrößte private Klinikgruppe Deutschlands. Mit 31 privaten Krankenversicherungen als Aktionären stellt Sana eine Besonderheit im Klinikmarkt dar. Die Klinikgruppe beschäftigt 23.600 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt 1,63 Milliarden Euro. In 2011 wurden 1,47 Millionen Patienten behandelt. Die Sana Kliniken umfassen 48 Krankenhäuser und 12 Alten- und Pflegeheime.

Sonja Nickel

Burnout? Burn On!

Vom 20. bis 22. September 2012 findet der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP) am Universitätsklinikum Heidelberg statt / Anmeldungen sind noch möglich

Was sagt die Wissenschaft zum Phänomen „Burnout“? Wie kann man dem Erschöpfungs-Syndrom wissenschaftlich fundiert begegnen? Welche Therapie- und Präventionsmodelle sind erfolgreich? Diese Fragen diskutieren Mediziner, Psychologen und Arbeitsforscher beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP) vom 20. bis 22. September 2012 in den Räumen der Universität Heidelberg. Veranstalter ist das Team um Professor Dr. Rolf Verres, Ärztlicher Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Anmeldungen sind bis zum 9. September 2012 möglich.

Das Rahmenprogramm des Kongresses steht unter dem Motto „Burnout? Burn On!“: Experten verschiedener Fachrichtungen führen psychologisches und arbeitspolitisches Wissen mit biologischen Erkenntnissen zum seelischen Ausbrennen zusammen. Dabei kommen Ursachen, Differenzialdiagnosen, Umgangsmöglichkeiten sowie die seelischen Leiden der Betroffenen zur Sprache. Zudem werden erfolgreiche Therapie- und Präventionsmodelle vorgestellt und im gemeinsamen Diskurs weiterentwickelt. Ziel ist es, einen interdisziplinären Konsens zu finden und neue Forschungsansätze aufzuzeigen. Start des Schwerpunkt-Programms ist Freitag, 21. September, um 16 Uhr.

Der allgemeine Teil des Kongresses beginnt bereits am Donnerstag, den 20. September, um 10.30 Uhr mit den Tagungen der verschiedenen Arbeitskreise der DGMP. In Kurzvorträgen und Referaten werden laufende oder abgeschlossen Forschungsarbeiten und Projekte aus ganz Deutschland vorgestellt.

Pre-Conference zu „Lehre“ am 19. September

Zum Thema „Lehre“ findet ein Workshop in Form einer „Pre-Conference“ am Mittwoch, den 19. September 2012, statt. Interessenten werden gebeten, sich separat per E-Mail an friederike.kendel@charite.de anzumelden.

Der Kongress ist von der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg mit 18 Fortbildungspunkten zertifiziert.

Ein begleitendes Kulturprogramm bietet den Teilnehmern, ganz im Sinne der Burnout-Prävention, Raum zur Entspannung und zum geselligen Miteinander. Am Donnerstag, den 20. September 2012, sind die Teilnehmer zu einem Abend mit altorientalischer Musik in die Räumlichkeiten des Instituts für Medizinische Psychologie eingeladen. Am Freitag, 21. September, findet ein festliches Dinner über den Dächern der Heidelberger Altstadt in der Molkenkur statt (Der Vorverkauf der Dinner-Karten findet über das Kongressbüro statt).

Informationen und Anmeldung im Internet unter:
wwww.medpsych.uni-hd.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de/DGMP-Kongress-2012.125417.0.html

Quelle: www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Abteilung Neuroonkologie auf Spitzenplatz im Ranking der Europäischen Organisation für die Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen (EORTC) / Universitätsklinikum Heidelberg unter Top Ten der europäischen Krebszentren

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist führend in Europa im Bereich klinischer Studien bei Hirntumoren. Dies zeigt die neue Rangliste der Europäischen Organisation für die Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen (EORTC), Brüssel, in der Heidelberg erstmals den Spitzenplatz bei den europäischen Hirntumorzentren belegt. Erstmals ist das Universitätsklinikum Heidelberg in der EORTC-Rangliste der europäischen Krebszentren zudem unter den Top 10 (Platz 9) von insgesamt 330 Institutionen – nicht zuletzt aufgrund der Spitzenstellung seiner neuroonkologischen Patientenversorgung.

Ziel der EORTC ist eine bessere Krebsbehandlung in Europa durch die Testung neuer Therapiestrategien; dabei handelt es sich nicht um Zulassungsstudien von Medikamenten, sondern Studien, die den innovativen Einsatz experimenteller oder bereits verfügbarer Therapien untersuchen. Die EORTC ist für ihre hohen Qualitätsstandards und ihre Unabhängigkeit bekannt. Ihr Netzwerk umfasst ca. 2.500 Mitglieder aus über 300 verschiedenen europäischen Institutionen; 2012 feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen.

„Am Universitätsklinikum laufen derzeit 20 klinische Studien, in denen neue Therapieansätze bei verschiedenen Hirntumoren getestet werden“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Wick, Leiter der EORTC Hirntumorgruppe und Ärztlicher Direktor der Abteilung Neuroonkologie am Universitätsklinikum Heidelberg und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg.

Hierunter fällt auch die BELOREC-Studie, in der Patienten mit einem Rezidiv des bösartigsten Hirntumors, des Glioblastoms, mit Avastin behandelt werden, einem Medikament, das bereits bei anderen Tumoren erfolgreich eingesetzt wird und dessen Kosten von den Krankenkassen für die Therapie von Hirntumoren bislang in der Regel nicht übernommen werden können. „Dies ist ein großer Fortschritt für unsere Patienten, die wir bislang in einem frühen Stadium meist nicht mit Avastin behandeln konnten“, erläutert Professor Wick. Als Studienleiter ist er maßgeblich an der Entwicklung der europäischen Studie beteiligt.

Professor Wick leitet gleichzeitig die Klinische Kooperationseinheit Neuroonkologie des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg, wo er die molekularen Mechanismen neuartiger Behandlungen erforscht. Als Direktor für Neuroonkologie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg hat er kürzlich ein internationales Gutachterpanel von der außergewöhnlich hohen Qualität der Hirntumorforschung am Standort Heidelberg überzeugt: „Die Experten bewerteten unser Programm als europaweit einzigartig“, berichtet Wick. „Die Auszeichnung durch die EORTC bestätigt uns erneut, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Quelle: www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Sonja Nickel

kkm-Ärzte zählen zu den besten Deutschlands

Das Verbrauchermagazin „Guter Rat – Gesundheit“ und die umfangreiche FOCUS Ärzteliste verraten, wo sich Mediziner behandeln lassen. In beiden Listen finden sich Ärzte des Katholischen Klinikums Mainz (kkm).

Mainz, 14. März 2012. Das unabhängige Verbrauchermagazin „Guter Rat Gesundheit“ bescheinigt in seiner aktuellen Sonderausgabe (Sonderheft 1/2012): Prof. Dr. med. Wolfgang Dippold, Chefarzt am Katholischen Klinikum Mainz, zählt zu den besten Ärzten Deutschlands. Bereits im sechsten Jahr in Folge wird der Leiter der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Onkologie und Kardiologie am Standort St. Vincenz und Elisabeth Hospital gleich in mehreren Fachgebieten von Experten empfohlen: in der Gastroenterologie sowie Hämatologie und Onkologie.

Das Magazin führt in seiner umfangreichen Liste Ärzte verschiedener Fachbereiche auf, die von Spezialisten als Experten empfohlen werden. Wie in den Vorjahren wurden hierfür Top-Mediziner befragt, bei welchen Kollegen sie sich oder ihre Angehörigen behandeln lassen würden.

kkm-Mediziner auch in der umfangreichen Focus-Ärzteliste 2011

Bereits im vergangenen Jahr wurden Ärzte des kkm von der Focus Redaktion auf Basis von Empfehlungen anderer Mediziner, von Patientenverbänden und Publikationen als Experten in ihrem Fachgebiet angeführt: Prof. Dr. med. Michael Jung, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Standort St. Hildegardis-Krankenhaus, Prof. Dr. med. Michael Wagner, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie der Gefäßchirurg Prof. Dr. med. Walther Schmiedt gehören laut Focus-Ärzteliste zu den besten Medizinern Deutschlands.

Die Auswahl erfolgt auf Basis von Empfehlungen anderer Mediziner und Patientenverbände sowie auf Basis ihrer Publikationen als Experten in ihrem Fachgebiet. Zusätzlich wurden ausgewiesene Experten interviewt und Einschätzungen von Selbsthilfegruppen eingeholt.

Mehr Informationen: www.kkm-mainz.de

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie und Universitätsklinikum Heidelberg laden ein: Patiententag und Ärztefortbildung zu Hormonstörungen am 10. März 2012 im Rosengarten Mannheim

Wie äußern sich Erkrankungen der Schilddrüse? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Diabetes und Osteoporose? Was ist Endometriose? Diese und weitere Fragen beantworten renommierte Experten aus ganz Deutschland bei einem Informationstag am Samstag, den 10. März 2012, im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich von 9.45 Uhr bis 12.45 Uhr ins Kongresszentrum Rosengarten, Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim eingeladen; der Eintritt ist frei.

Die Besucher erhalten in kurzen Vorträgen einen Überblick über die Hintergründe der jeweiligen Erkrankungen, aktuelle Diagnose- und Therapieverfahren sowie die Leistungen von Selbsthilfegruppen. Veranstalter sind die endokrinologischen Abteilungen der Medizinischen Universitätsklinik und Universitäts-Frauenklinik Heidelberg zusammen mit der DGE.

Ebenfalls von 9.45 Uhr bis 12.45 Uhr findet im Kongresszentrum eine Fortbildung der DGE für niedergelassene Ärzte statt: Die Vorträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen in Diagnose und Therapie bei endokrinologischen Erkrankungen. Themen sind Schilddrüse, Knochen, Diabetes und Mangelernährung. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zum diesjährigen 55. Symposium der DGE, das vom 7. bis 10. März in Mannheim stattfindet, werden über 500 Teilnehmer erwartet. Die Tagung umfasst ein weites Themenspektrum rund um Hormone und Stoffwechsel – u.a. aktuelle Fragen der korrekten Blutzuckereinstellung bei Diabetes, neue Verhütungsmethoden, Reproduktionsmedizin sowie Wechseljahre, Schilddrüsenfunktion, die Rolle der Hormone im Fettstoffwechsel oder die Folgen des mütterlichen Übergewichts für das ungeborene Kind, Hormone und Doping sowie Umwelteinflüsse auf den Hormonstoffwechsel. Tagungspräsident ist Professor Dr. Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg.

Tagungs-Programm:
www.dge2012.de
Hier finden sich auch alle Informationen zum Patiententag und zur Fortbildung für niedergelassene Ärzte.

Quelle: www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Sonja Nickel

BGU-Chirurgen nähen Hand wieder an

Frankfurt am Main, 24.02.2012 – Den Ärzten der Abteilung für Hand- und wiederherstellende Plastische Chirurgie der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main gelang es in einer 11,5-stündigen Operation, die abgetrennte Hand einer 63-jährigen Frau aus Schöllkrippen im Spessart erfolgreich wieder anzunähen.

Die sechsfache Mutter arbeitet in der holzverarbeitenden Industrie und war am Freitag, den 17. Februar um 12.30 Uhr in eine laufende Kreissäge gefallen. Das grobe Sägeblatt durchtrennte die Handwurzel, die Blutgefäße und Nerven. Die Hand wurde nur noch von einigen Strecksehnen gehalten.

Ein Notarzt versorgte die Frau vor Ort, der Rettungshubschrauber Christoph Hessen brachte sie kurz darauf in die BGU Frankfurt am Main. Dort ging es vom neuen Landeplatz zwei Etagen tiefer in den Schockraum und dann mit einem speziellen Aufzug direkt in den OP, wo Oberarzt Dr. med. Götz Hanebuth mit Dr. med. L. Tonn und seinem Team um 14.15 Uhr mit der OP beginnen konnten. „Die Logistik und das einwandfreie Funktionieren der eingeübten Abläufe sind in einem solchen Notfall ganz entscheidend. Das Schockraum- und OP-Management haben einwandfrei funktioniert und die verschiedenen Abteilungen haben optimal zusammen gearbeitet. Die kurzen Rettungswege, die seit der Eröffnung des BGU-Neubaus 2011 entstanden sind, haben sich bewährt“, erklärt Dr. Hanebuth.

Bei der Replantation wurden zunächst die Teile der Hand zugeordnet, die Hand stabilisiert und anschließend die Durchblutung hergestellt. Anschließend wurden die Nervenstümpfe und Gefäße mikroskopisch verbunden und Sehnen genäht. Die Durchblutung funktionierte bereits um 16.00 Uhr: Die Hand bekam wieder ihren natürlichen Farbton. Die Prognose ist gut, die Heilung verläuft bislang ohne Störungen. Bereits am übernächsten Tag begann die Patientin im Rahmen der Rehabilitationsmaßnahmen, die ebenfalls in der BGU erfolgen, mit den ersten Bewegungsübungen. Dr. Hanebuth geht davon aus, dass die Patientin in einigen Wochen wieder mit der Hand greifen und schreiben kann.

In der Abteilung für Hand- und wiederherstellende Plastische Chirurgie der BGU steht ein sechsköpfiges Ärzteteam für die Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen an der Hand und der Körperoberfläche 24 Stunden am Tag bereit. 2011 wurde die BGU als einzige Klinik im Rhein-Main-Gebiet als Hand-Trauma-Center von der FESSH (Federation of European Societies for Surgery of the Hand), der europäischen Dachorganisation der nationalen handchirurgischen Gesellschaften, ausgezeichnet. „Damit wird nicht nur die hochqualifizierte Versorgung von handchirurgischen Notfällen in der BGU Frankfurt am Main gewürdigt, sondern auch die überregionale Bedeutung der Klinik unterstrichen“, so der Ärztliche Direktor der BG Unfallklinik, Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann.

Horn-Bad Meinberg. Tauchen trotz Amputation, Nordic Walking auch mit Beinprothese? Natürlich, sagt Rolf Brakemeier, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe für Amputierte Ostwestfalen-Lippe (SfA). Zusammen mit der MediClin Rose Klinik im lippischen Bad Meinberg hat die Selbsthilfegruppe eine „Aktiv Woche für Amputierte“ konzipiert.

Für Brakemeier, seit 2005 selbst oberschenkelamputiert, ist ein solches Angebot dringend notwendig: „Meines Wissens gibt es in ganz Norddeutschland kein solches Programm, an dem Ärzte, Physiotherapeuten, Orthopädietechniker und Selbsthilfe gleichermaßen mitwirken. Dabei benötigen viele Amputierte Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben. Wir wollen ihnen zeigen, was mit Prothese alles möglich ist.“

Rund 60.000 Amputationen finden Jahr für Jahr in Deutschland statt – Tendenz, angesichts von Diabetes, deutlich steigend. 80 Prozent der Amputierten seien entweder medikamenten- oder alkoholabhängig, so Brakemeier. „Viele Betroffene benötigen Tipps und Zuspruch, um auch mit Prothese aktiv zu werden und neue Lebensfreude zu gewinnen.“

Die MediClin Rose Klinik, eine Fachklinik für orthopädische Rehabilitation mit 150 Betten, hat daher ein sechstägiges Programm für Selbstzahler entwickelt, das am 18. März zum ersten Mal startet. Dabei versteht die Rehaklinik die Teilnehmer weniger als Patienten denn als Gäste: Aktivierungswoche statt Krankenhausaufenthalt.

„Wir wollen das Angebot dann einmal pro Quartal auflegen“, stellt Therapieleiterin Kathleen Schniedermann in Aussicht. Zwischen der ärztlichen Eingangsuntersuchung und der Abschlussbesprechung stehen sportliche „Schnupperangebote“ im Mittelpunkt: Nordic Walking, Tauchen, Reiten, Yoga, Golf und Minigolf, Pilates, TaiChi und QiGong. „Unsere Gäste können wählen und ausprobieren, was ihnen liegt und ihnen Freude bereitet“, erläutert Schniedermann.

Andere Programmpunkte der „Aktiv Woche“ sind dagegen gesetzt: Physiotherapie, Prothesencheck, Gangschulung, oder der ärztliche Vortrag zur Endoprothetik. Die SfA stellt als Selbsthilfeorganisation ihre Kompetenz ebenfalls zur Verfügung, berät die Teilnehmer und organisiert einzelne Programmeinheiten.

Maximal acht Amputierte sind für das Programm vorgesehen, sodass die Klinik eine individuelle Betreuung gewährleisten kann. Zwei Physiotherapeuten haben deshalb eigens eine Gehschule für Prothesenträger absolviert, drei weitere werden folgen. Für Brakemeier ist das wichtig: „In ganz Ostwestfalen-Lippe gibt es kaum Physiotherapeuten, die wirklich für die Behandlung von Amputierten ausgebildet sind. Und ich befürchte, das wird in anderen Regionen ähnlich sein. Umso besser, dass Betroffene jetzt selbst entdecken können, was ihnen guttut.“

Aktiv Woche für Amputierte
MediClin Rose Klinik Bad Meinberg
18.-23.3.2012
725 ,- € im Einzelzimmer
www.rose-klinik.de
www.sfa-owl.de

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